Agrarpolitisches Bündnis Bremen

Was will das Agrarpolitische Bündnis Bremen?

Anlässlich der Bremischen Bürgerschaftswahl im Mai 2019 hat das ABB ein Positionspapier entwickelt mit neun Eckpunkten und dem Titel:

Mehr gesunde Lebensmittel aus verantwortungsvoller, nachhaltiger Landwirtschaft in Bremen und umzu

Wie wir uns ernähren, welche Lebensmittel wir kaufen oder nicht kaufen, also unser Ernährungsverhalten, hat weitreichende Folgen für die Umwelt, unsere Gesundheit und insbesondere auf die Art und Weise, wie Landwirtschaft betrieben wird. „Kein Sektor ist so stark mit der Gestaltung von Lebensräumen verwoben wie die Landwirtschaft. Ändert sie sich, ändern sich auch die ökologischen und sozialen Systeme, die darin beheimatet sind“. (Agraratlas, 2019). Im Sinne einer solchen dynamischen Entwicklung fordern wir eine bäuerliche Landwirtschaft, welche ökologisch nachhaltig und tiergerecht ist und den Bäuerinnen und Bauern eine gute wirtschaftliche Existenz sichert. Wir fordern den Einsatz für eine Landwirtschaft, die verantwortungsvoll mit den Menschen, den Tieren und der Natur umgeht. Industrialisierte Landwirtschaft, die auf Kosten-Minimierung und Gewinn-Maximierung setzt, stellt für uns keine zukunftsfähige Perspektive dar.

Um ein nachhaltiges Ernährungsverhalten auf den Weg zu bringen, brauchen wir eine Reform der EU-Agrarpolitik, die Gemeinwohlleistungen wie landwirtschaftliche Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen den Vorrang gibt. Ökologischer Landbau, Ausgleichszahlungen für wirtschaftliche Nachteile aufgrund natürlicher Gegebenheiten, Qualitätserzeugung, regionale Vermarktung und integrierte ländliche Entwicklung müssen gezielt gefördert werden. Geplante Ausnahmen, Re-Nationalisierung von Maßnahmenentscheidungen und drastische Kürzungen dürfen sie nicht verwässern. Unser Positionspapier enthält im Folgenden neun zentrale Eckpunkte mit den sich daraus ergebenden Forderungen für eine Enkel-taugliche Ernährung und Landwirtschaft.

Hier gibt es das gesamte Positionspapier zum Nachlesen (Download pdf, 799 kB)

ABB-Wahlprüfsteine – Fragen an die Parteien zur Bürgerschaftswahl

Von den zur Bremischen Bürgerschaftswahl angetretenen Parteien wollte das ABB anhand von Wahlprüfsteinen wissen, was SPD, CDU, Die Grünen, Die Linke und die FDP in der neuen Legislaturperiode für eine gesunde  Ernährung und eine enkel-taugliche Landwirtschaft unternehmen wollen.

Hier sind die Fragen:

1. Ökolandbau

Bremen ist „BioStadt“ und nach Berlin mit 21,1 Prozent das Bundesland mit dem höchsten Anteil an ökologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Fläche. Wir setzen uns dafür ein, dass noch mehr Landwirte ihren Betrieb auf den klimafreundlichen biologischen Landbau umstellen. Unser Ziel lautet: Bis 2030 sollen 50 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Bremen ökologisch bewirtschaftet werden.

Frage: Wie stehen Sie zu unserer Forderung? Was werden Sie zukünftig zur Förderung des ökologischen Landbaus in Bremen unternehmen?

 

2. Aktionsplan 2025 – Ausdehnung auf Mensen in Hochschulen/Uni

Der 2018 vom Bremer Senat auf Initiative des ABB beschlossene „Aktionsplan 2025 - Gesunde Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung der Stadtgemeinde Bremen“ findet bundesweit Beachtung und fördert bereits jetzt die Bereitschaft weiterer Bremer Landwirte, ihren Betrieb auf Bio umzustellen. Er sieht vor, dass in öffentlichen Kitas, Schulen und Krankenhäusern nur noch Bio-Milch verwendet werden darf und bis 2022 die gesamte Verpflegung in Kitas und Schulen aus dem ökologischen Landbau kommen muss, in Krankenhäusern 25 Prozent bis 2024.

Frage: Werden Sie unsere Forderung unterstützen, dass zukünftig der Aktionsplan auch auf die Kantinen in öffentlichen Einrichtungen und auf Mensen in Hochschulen und Universität Anwendung findet und auch dort bis 2022 mehr  Bio-Milchprodukte und Bio-Lebensmittel zum Einsatz kommen?

 

3. Weidehaltung

Einige konventionell wirtschaftenden Landwirte lassen ihre Rinder nicht mehr auf die Weide und Biobetriebe müssen ihren Tieren lediglich einen Laufhof zur Verfügung stellen. Weidehaltung ist aus Gründen des Tierwohls, der Artenvielfalt von Fauna und Flora auf den Grünlandflächen und des Klimaschutze sehr wünschenswert. 

Frage: Sind Sie auch dafür, dass Bremer Landwirten, die ihre Rinder mindestens 120 Tage auf die Weide lassen, eine Weideprämie für die entstehenden betrieblichen Mehraufwendungen gezahlt wird?

 

4. Pestizideinsatz in der Landwirtschaft

Unser Ziel ist eine Landwirtschaft in Bremen, die ohne Pestizide auskommt. Als Zwischenziel werben für dafür, bis 2030 den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft Bremen zu halbieren. Wir werden dafür eintreten, dass Ackergifte wie das vermutlich krebserregende Glyphosat und die bienen- und insektentötenden Neonicotinoide schnellstmöglich europaweit verboten werden.

Frage: Was halten Sie von unsern Forderungen für eine pestizidfreie Landwirtschaft und einem Verbot von Ackergiften?

 

5. Gentechnikfreie Landwirtschaft

Bereits seit 2011 ist Bremen sogenannte „gentechnikfreie Region“, das bedeutet in Bremen werden weder gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut noch gentechnisch veränderte Tiere gezüchtet. Wir möchten Bremer Landwirt*innen darüber hinaus ermutigen, dass ihre Nutztiere nur noch gentechnikfreie Futtermittel erhalten. Damit wäre Bremen wirklich eine gentechnikfreie Region.

Frage: Unterstützen Sie unser Ziel, dass alle Bremer Landwirte freiwillig auf den Einsatz gentechnikfreier Futtermittel verzichten sollten, damit Bremen wirklich eine gentechnikfreie Region wird?

 

6. Tierwohl und Kennzeichnung von Lebensmitteln

Tiere sind Lebewesen und kein agrarindustrieller Rohstoff. Die auf Höchstleistung und Maximalertrag getrimmte Tierhaltung verursacht Tierleid, Qualzucht und regelmäßig Lebensmittelskandale. Eine Kehrtwende bei der Tierhaltung und Tierzucht ist überfällig. Für uns sind Lebewesen keine Wegwerfprodukte.

Frage: Unterstützen Sie auch unsere Forderung nach mehr Platz und besseren Haltebedingungen für unsere Nutztiere, einem Verbot von Reserveantibiotika und einer verbindlichen gesetzlichen Kennzeichnung – ähnlich der von Eiern – von tierisch erzeugten Lebensmitteln?

 

7. Essbare Stadt

Ein Projekt „Essbare Stadt“ gibt es bereits in vielen Städten, auch in Bremen gibt es Initiativen dazu. Ziel ist u. a. die Nutzung des urbanen Raums zum Anbau von Lebensmitteln und die Förderung einer vielfältigen lokalen Lebensmittelproduktion.

Frage: Wie finden Sie das Projekt einer „Essbaren Stadt“ und dass auf ausgewählten öffentlichen Flächen Obst und Gemüse angebaut werden darf, die alle Bremer*innen ernten dürfen?

 

8. Ernährungsbildung

Gutes Essen beginnt mit der Wertschätzung von Lebensmitteln. Dafür braucht es mehr Wissen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern darüber, wie Lebensmittel hergestellt werden, was darin enthalten ist und wie sie auf Mensch und Umwelt wirken. Wir wollen dem Thema deshalb in den Kitas und Schulen mehr Raum geben und den Kindern und Jugendlichen Kenntnisse und unmittelbare Erfahrungen vermitteln – theoretisch wie praktisch. Wir fordern, dass in Bremen die Umweltbildung im Sinne des Berichts „Zukunft Bremen 2035 (Handlungsfeld 13, Teilziel 4) u.a. durch ein neu einzurichtendes Unterrichtsfach „Ernährungsbildung“ umgesetzt wird und das jedes Bremer Grundschulkind einmal im Rahmen des Unterrichts auf einem Bauernhof gewesen sein sollte

Frage: Sind Sie auch für die Einführung eines neuen Unterrichtsfachs „Ernährungsbildung“ und das jedes Bremer Grundschulkind einmal im Rahmen des Unterrichts auf einem Bauernhof gewesen sein sollte?

 

9. Haus der Ernährung

Wie wir uns ernähren, woher unsere Lebensmittel kommen und wie sie produziert werden hat enorme Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, auf Böden, Wasser, Klima und auf die Gesundheit der Menschen. Die Ernährung erhält im gesellschaftlichen Diskurs trotzdem immer noch nicht die Bedeutung, die notwendig wäre.  Wir fordern daher, dass  Bremen ein öffentlich gefördertes, aber unabhängiges „Haus der Ernährung“ nach dem Vorbild vom Kopenhagener  „House of Foods“  erhält - gegründet zum Zweck der Verbesserung der Speisen in öffentlichen Einrichtungen.

Frage: Sind Sie auch dafür, dass Bremen ein öffentlich gefördertes „Haus der Ernährung“ nach dem Kopenhagener Vorbild „House of Food“ erhält?

Kontakt Agrarpolitisches Bündnis Bremen

Agrarpolitisches Bündnis Bremen (ABB)

Ansprechpartner: Peter Bargfrede
c/o Verein SozialÖkologie im Kulturzentrum Lagerhaus
Schildstr. 12-19
28203 Bremen


Tel. (0421) 34 99 077
agrarpolitisches@buendnis-bremen.de
www.buendnis-bremen.de