Billigfleischbremse endlich beschlossen! - Aktionsplan zur Ökologisierung der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung ist gut für Tier, Mensch und Umwelt

Pressemitteilung 6. Februar 2018

Das Agrarpolitische Bündnis Bremen (ABB) begrüßt, dass der Bremer Senat heute endlich den Aktionsplan „Gesunde Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung der Stadtgemeinde Bremen“ beschlossen hat und damit eine Ernährungswende in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung eingeleitet wird. Bremen ist damit die erste Großstadt in Deutschland, die sich das Ziel gesetzt hat, zukünftig - mittels eines fünfjährigen Aktionsplans - in Kitas und Schulen kein Billigfleisch mehr einzusetzen und schrittweise die Verpflegung auf 100 Prozent Bio-Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung und der ökologischen Landwirtschaft umzustellen. In kommunalen Krankenhäuser sollen bis 2024 zwanzig Prozent der Lebensmittel „Bio“ sein und in Kantinen soll es ein Bio-Modellprojekt geben. Ein wichtiger Baustein des Aktionsplans ist nach Ansicht des ABB auch die dort enthaltene Verpflichtung, dass noch in diesem Jahr die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Kitas, Schulen, Kantinen und Krankenhäuser verbindlich werden sollen.

 „Wenn mit dem heute beschlossenen Aktionsplan auch nicht alle unsere Wünsche in Erfüllung gegangen sind, so freuen wir uns, dass sich der rot-grüne Senat dazu durchgerungen hat, eine Billigfleischbremse zu beschließen und in öffentlichen Kitas und Schulen bis 2022  nur noch Lebensmittel aus der klimafreundlichen ökologischen Landwirtschaft einzusetzen“, so Peter Bargfrede, Sprecher vom Agrarpolitischen Bündnis Bremen (ABB) und Vertrauensperson des Bürgerantrags „Kein Billigfleisch in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung“, durch den die öffentliche und parlamentarische Diskussion 2015 auf den Weg gebracht wurde. „Insbesondere sind wir froh darüber, dass zukünftig auch in sozial benachteiligten Stadtteilen alle Kinder in öffentlichen Bremer Kitas und Schulen eine gesündere und ökologischere Verpflegung erhalten sollen – ohne dass die Eltern Mehrkosten zu tragen hätten“, so Monika Baalmann vom Verein SozialÖkologie (Mitglied im ABB), der im letzten Jahr ein vielbeachtetes Bio-Modellprojekt in drei Bremer Kitas durchgeführt hatte. „Bremen übernimmt damit als Großverbraucher Verantwortung für eine gesunde Ernährung der Kinder und eine umweltfreundliche Landwirtschaft, die das Trinkwasser vor zu hohen Nitrat-Belastungen schützt, die biologische Vielfalt fördert und zum Klimaschutz beiträgt“, so Monika Baalmann weiter.

„Wir freuen uns auch darüber, dass letztlich der Bürgerwille doch nicht ignoriert wurde und sehen dies als Ermutigung für andere Initiativen, mit Hilfe des Bürgerantrags politische Prozesse in der Bremischen Bürgerschaft anzustoßen, die sonst nicht stattfinden würden“, so der Sprecher des ABB. Der Bürgerantrag wurde 2015 vom Agrarpolitischen Bündnis Bremen initiiert und von 5.383 Bremerinnen und Bremer unterzeichnet. Im Januar 2016 wurde der Bürgerantrag in der Stadtbürgerschaft diskutiert und zur Beratung in die zuständigen Deputationen verwiesen. Am 20. September 2016 beschloss dann die Stadtbürgerschaft, dass der Senat innerhalb eines Jahres einen mehrstufigen Aktionsplan zur Ökologisierung der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung vorzustellen habe.

Nicht sehr glücklich ist das ABB über die geringe Bio-Quote in den kommunalen Krankenhäusern. „Aber es ist ein Anfang gemacht und wir hoffen auch, dass der Verzicht auf Billigfleisch in den Krankenhäusern schneller als geplant erfolgt. Ist doch der Einsatz von Fleisch aus der Massentierhaltung in der Krankenhausverpflegung nicht nur aus Tierschutzgründen abzulehnen, sondern auch aus medizinischen Erwägungen heraus, da gefährliche Antibiotikaresistenzen auch durch Billigfleischverzehr entstehen können“, so Peter Bargfrede.

Pressespiegel

Billig-Schnitzel statt Tierwohl - SPD-Fraktion blockiert Senatsentscheidung und ignoriert Folgen der Massentierhaltung

- Pressemitteilung 23. Januar 2018 -

Der für heute geplante Beschluss einer Senatsvorlage zur Verabschiedung eines mehrsufigen Aktionsplan und der Verbannung von Billigfleisch aus Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Kantinen wurde überraschend auf Druck der SPD-Fraktion vertagt. Obwohl über die Vorlage (laut Schreiben des Senators für Umwelt vom 17.1 an den ABB) über den Jahreswechsel zwischen den beteiligten vier Ressorts Einvernehmen hergestellt werden konnte, soll diese nun noch einmal beraten werden und dann – eventuell - in zwei Wochen dem Senat zur Entscheidung vorgelegt werden.  „Die Genossen wollen anscheinend nicht auf ihr Billigschnitzel aus der Massentierhaltung verzichten und ignorieren dabei, welche unverantwortlichen Folgen für die Gesundheit, das Tierwohl, das Trinkwasser und das Klima mit dem viel zu hohen Fleischkonsum aus der Intensiv-Tierhaltung verbunden sind“, so Peter Bargfrede von der Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft (EVG), Vertrauensperson des Bürgerantrags „Kein Billigfleisch in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung“ und Sprecher des ABB, der die Blockadehaltung der SPD scharf kritisiert. Mitglieder des ABB sind u.a. die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, der BUND, Slow Food und die Bremer EVG.                

Das Agrarpolitische Bündnis Bremen (ABB) erwirkte 2016 mit dem Bürgerantrag „Kein Billigfleisch in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung“ - den 5.383 Bremerinnen und Bremer unterzeichneten - einen Bürgerschaftsbeschluss zur Umstellung der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung auf Lebensmittel aus dem ökologischen Landbau, der eine artgerechte Tierhaltung zur Grundlage hat  und die Umwelt schützt. Schon Ende September 2017 hätte laut Beschluss der Stadtbürgerschaft vom 20.9.2016 dem Senat ein Aktionsplan zur Verabschiedung vorgelegt werden müssen. Nach unzähligen Beratungen in vier Deputationen und zahlreichen Abstimmungsprozessen in den betroffenen Behörden lag jetzt nach fast 16 Monaten endlich ein Senatsentwurf vor – und jetzt sagt die SPD, „wir haben noch Beratungsbedarf“.

Ein besseres Beispiel, wie Politikverdrossenheit entsteht als diese Verschleppungsstrategie der SPD und die damit verbundene Entscheidungsunfähigkeit des Senats, kann man sich kaum vorstellen. Sie frustriert die engagierten Bürger und ist zudem äußerst blamabel, da selbst die Tagesschau am 18.Januar (auf Facebook) schon den Vollzug einer Bremer Ernährungswende in Kitas, Kantinen, Schulen und Krankenhäuser gemeldet hatte“, so Peter Bargfrede vom ABB.  Die  SPD ignoriert auch die Handlungsempfehlungen eines vom Umweltsenator beauftragten Gutachtens, dass eine aufwendungsneutrale Ernährungswende mit weniger aber besserem Fleisch und umweltfreundlich erzeugten Lebensmitteln für realisierbar hält, wenn gut geschultes Personal saisonal, regional und fleischreduziert kocht. „Gutes Essen für Alle ist machbar – auch und gerade im armen Bremen – wenn Politik und Gesellschaft es wollen“, so der Sprecher vom ABB.

 

ABB protestiert gegen Verschleppung des Aktionsplans

Das Agrarpolitische Bündnis Bremen (ABB) protestierte heute mit über 30 Vertretern von Umwelt, Tierschutz- und Verbraucherorganisationen und Erzeugern vor dem Rathaus  gegen die Verschleppung eines überfälligen Beschlusses des Senats zum Aus von Billigfleisch in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung. 5.383 Bremerinnen und Bremer hatten dies in einem Bürgerantrag bereits 2015 gefordert. 

Immerhin tut sich jetzt etwas: Umweltsenator Dr. Joachim Lohse teilte dem Sprecher des ABB, Peter Bargfrede von der Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft und Vertrauensperson des Bürgerantrags, vor dem Rathauseingang mit, dass eine Senatsvorlage zum Aktionsplan auf der nächsten Senatssitzung diskutiert werden soll. Ob ein Beschluss gefasst wird, ist noch unklar. Der Sprecher forderte eine rasche Beschlussfassung und eine unverzügliche Umsetzung des Aktionsplans .          

 taz-Bericht 18. Jan. 2018


Pressemitteilung zu 'Kein Billigfleisch und mehr Bio - auch in Krankenhäusern!'

15. Nov. 2017 -

Kein Billigfleisch und mehr Bio - auch in Krankenhäusern!


Aktionsplan für die öffentlich Gemeinschaftsverpflegung muss auch öffentliche Krankenhäuser einbeziehen und noch dieses Jahr beschlossen werden.

Das Agrarpolitische Bündnis Bremen (ABB) fordert den Bremer Senat, den von der Stadtbürgerschaft geforderten Aktionsplan zur Ökologisierung der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen und Krankenhäuser noch in diesem Jahr zu beschließen. Der Senat sollte lt. Beschluss der Stadtbürgerschaft vom 20.9.2016 innerhalb von 12 Monaten einen Aktionsplan vorlegen.  „Diese Zeit ist um, jetzt müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden, damit Billigfleisch aus  der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung verschwindet und eine nachhaltige Ökologisierung beginnen kann“, so Peter Bargfrede von der Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft (EVG), Vertrauensperson des Bürgerantrags „Kein Billigfleisch in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung“ und Sprecher des ABB.

Angesichts der neuesten Forschungsergebnisse über einen dramatischen Arten- und Insektenschwund in unserer Landschaft, der sehr wahrscheinlich vor allem durch Mono-Kulturen und den enorm hohen Einsatz von synthetischen Pestiziden in der konventionellen Landwirtschaft verursacht wird, müssen auch die Kommunen mehr Verantwortung zur Förderung einer umweltfreundlichen Landwirtschaft übernehmen. „Bremen ist hier als ‚BioStadt‘, Fair-Trade-City und gentechnikfreie Region auf einem guten Weg, mit einem ambitionierten Aktionsplan zur Ökologisierung der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung könnte Bremen Vorbild für andere Kommunen in Deutschland sein“, so Peter Bargfrede.

Nach Informationen des ABB ist sich die rot-grüne Koalition über eine stufenweisen Erhöhung des Bio-Anteils bis 2022 auf 100 Prozent in Kitas und Schulen einig, es hakt aber immer noch bei den Krankenhäusern. Die Gesundheitsbehörde lehnt bisher verbindlichen Vorgaben und Bio-Quoten für die kommunalen Krankenhäuser im Aktionsplan ab. „Wir können eine solche Haltung nicht verstehen, zumal es schon heute zahlreichen Krankenhäusern gelingt, einen mehr oder weniger hohen Bio-Anteil in der Krankenhausverpflegung zu realisieren, außerdem hätten die Krankenhäuser sieben Jahre Zeit zur Umstellung, zur Schulung des Personals und zur Optimierung des Speiseplans“, so Bargfrede weiter. „Wir wären auch bereit, eine Bio-Quote von 50% bis 2024 zu akzeptieren, und nicht 75% wie im Beschluss der Bürgerschaft vorgesehen, aber eine stufenweise Erhöhung des Bio-Anteils muss auch für die Krankenhäuser festgeschrieben werden“, so der Sprecher des ABB. „Die Krankenhäuser müssten eigentlich ein besonders großes Interesse an gesunden und ökologisch erzeugten Lebensmittel haben, sind doch viele Krankheiten ernährungsbedingt und Antibiotikaresistenzen aus der Massentierhaltung eine große Gefahr für die Patienten in den Krankenhäusern“, so Jutta Draub Ketelaar vom Verein SozialÖkologie, Mitglied im ABB. 

Tipp: Wie mehr Bio in einem Krankenhaus funktionieren kann, ist Thema auf der nächsten Sitzung der Deputation für Gesundheit und Verbraucherschutz am Donnerstag, d. 16. November. Thomas Voß, stellvertretender kaufmännischer Direktor der LWL-Kliniken Münster und Lengerich wird dort gegen ca. 15:30 Uhr über die Erfahrungen der Münsteraner Kliniken mit dem Einsatz von Bio-Lebensmitteln referieren.

Pressemitteilung . Sept. 2017 - Mehr Bio – auch für Krankenhäuser!

  Das Agrarpolitische Bündnis Bremen (ABB) sieht sich durch den heutigen Weser Kurier-Artikel darin bestätigt, dass es genügend Bio-Lebensmittel für eine Ernährungs­wende auch in den öffentlichen Kranken­häusern Bremens gibt. Die Behauptung der Geno-Nord, dass die Umstellung der Krankenhaus­verpflegung auf 75 Prozent Bio-Produkte bis zum Jahr 2024  an den erforderlichen Mengen scheitern würde, ist widerlegt. Bio-Lebensmittel sind schon jetzt genug da, und eine Umstellung scheitert bisher eher am Können und Wollen der Akteure als an Preis und Menge. „Die kommunalen Kranken­häuser haben zudem bis 2024 Zeit, die Ernährung von jetzt nahezu Null-Prozent Bio auf 75 Prozent zu steigern, das ist auch in Bremer Kranken­häuser machbar, wenn die Politik die Vorgaben macht, die Geno-Leitung dieses Ziel konstruktiv unterstützt und das Küchenper­sonal entsprechend geschult wird“, so Peter Bargfrede von der Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft (EVG), Sprecher des ABB und Vertrauensperson des Bürgerantrags „Kein Billigfleisch in der öffentlichen Gemeinschafts­verpflegung“.  
„Wir fordern daher den Bremer Senat auf, in dem bis September zu erstellenden Aktionsplan zur Umstellung der öffentlichen Gemeinschafts­verpflegung auf Bio-Lebensmittel auch die Krankenhäuser in die Pflicht zu nehmen und am Ziel festzuhalten, dass dort bis 2024 mindestens 75 Prozent der Lebensmittel aus dem ökologischen Landbau kommen müssen“, so der Sprecher weiter. Aus Sicht des ABB ist eine Ernährungs- und Agrarwende dringend erforderlich. Die neuesten Forschungs­ergebnisse über einen dramatischen Artenschwund in unserer Landschaft, bedingt vor allem durch den enorm hohen Einsatz von künstlichen Mineraldünger und synthetischen Pestiziden in der konventionellen Landwirtschaft, sind besorgniserregend und zwingen zum Handeln.
 „Die Krankenhäuser müssten eigentlich ein besonders großes Interesse an gesunden und ökologisch erzeugten Lebensmittel haben, sind doch viele Krankheiten ernährungs­bedingt und gefährden Antibiotika­resistenzen aus der Massentierhaltung die Patienten in den Krankenhäusern. Außerdem böte eine Ernährungswende in den öffentlichen Krankenhäusern den Einrichtungen die große Chance, ihr Image bundesweit zu verbessern. Hier könnte Bremen mal Spitzenreiter sein und nicht Tabellenletzter“, so Peter Bargfrede.

vorhergehende Berichte:

Weser-Kurier 24. Aug. 2017

Weser-Kurier 9. Sept. 2017 Klinik mit eigener Bäckerei

Weser-Kurier 9. Sept. 2017 Bio-Lebensmittel in Hülle und Fülle

Was hatten wir im Bürgerantrag gefordert: Was hat die Stadtbürgerschaft beschlossen: 
1. Bis Ende 2015 die öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln der Stadt Bremen (z.B. für öffentlich Empfänge im Rathaus) komplett auf Produkte aus nachweislich artgerechter Tierhaltung umzustellen. Die Stadtbürgerschaft fordert den Senat auf:
1.binnen zwölf Monate nach Beschlussfassung (20. Sept 2016) die öffentliche Beschaffung von tierisch erzeugten Lebensmitteln für öffentl. Veranstaltungen der Stadt Bremen, welche diese unmittelbar selbst durchführt (z.B. öffentliche Empfänge im Rathaus) auf Produkte umzustellen, die mindestens den Kriterien der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates vom 28. Juni 2007 über die ökologische / biologische Produktion und die Kennzeichnunq von ökol. / biol. Erzeugnissen entsprechend produziert werden. 
2. Bis Ende 2015 einen Aktionsplan der Bürgerschaft vorzustellen, wie bis bis zum Jahr 2020 die Beschaffung von Lebensmitteln für die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung (Kantinen, Kitas, Krankenhäuser, Schulen und Mensen) auf Produkte aus nachweislich artgerechter Tierhaltung umgestellt wird, einschließlich entsprechender Anpassung der Beschaffungsrichtlinien und Pachtverträge. 2. Binnen zwölf Monaten nach Beschlussfassung einen mehrstufigen Aktionsplan vorzustellen, der aufzeigt, wie aufwendungsneutral
a) bis zum Jahr 2022 die Beschaffung von tierisch erzeugten Lebensmitteln für die öffentliche Gemeinschafts­verpflegung in Kitas und Schulen auf Produkte umgestellt werden kann, die mindestens nach der obigen EG Verordnung entsprechend produziert werden. Dies gilt für Kitas und Schulen soweit sie Dienststellen oder Unternehmen der Stadtgemeinde Bremen sind oder entsprechenden Einfluss ausüben kann.
b) bis zum Jahr 2024 die Beschaffung von tierisch erzeugten Lebensmitteln für die öffentliche Gemeinschafts­verpflequnq in Krankenhäusern zu 75% auf Produkte umgestellt werden kann, die mindestens nach der obigen EG Verordnung entsprechend produziert werden. Langfristig soll die komplette Umstellung erfolgen. Dies gilt für Unternehmen der Stadtgemeinde Bremen, auf die die öffentliche Hand aufgrund Eigentum, finanzieller Beteiligung, Satzung oder sonstiger Bestimmungen unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann.
3. Bis Ende 2020 in der öffentlichen Beschaffung von Lebensmitteln den Anteil von Milch-und Fleischprodukten aus der ökologischen Tierhaltung auf mindestens 25 Prozent zu erhöhen.3. Zur Umsetzung des mehrstufigen Aktionsplans eine entsprechende Anpassung der öffentlichen Beschaffungsrichtlinien und der Pachtverträge für Kantinen in Dienststellen und Unternehmen der Stadtgemeinde Bremen, auf die die öffentliche Hand aufgrund Eigentum ... einen beherrschenden Einfluss ausüben kann, zu überprüfen und ggf. vorzunehmen.
4.bei der Beschaffung von tierisch erzeugten Lebensmitteln in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung nach Möglichkeit regionale Produkte zu bevorzugen.

Die Antwort aus drei Deputationen ist klar:

Kein Billigfleisch mehr ab 2022 in Kitas und Schulen und in Krankenhäusern ab 2024 zu 75% Bio-Fleisch-

taz 17. Sept. 2016

Weser-Kurier 18. Sept. 2016

Das kann nicht die Antwort des Senats auf den Bürgerantrag sein!

taz 30. Mai 2016 : "Kein großer Wurf"

Der Bürgerantrag gegen Billigfleisch in öffentlichen Gemeinschaftsverpflegungen wird in den Deputationen debattiert

Am 17. Mai 2016 fand eine Anhörung und Diskussion im politischen Fachgremium "Gesundheit" statt.

Die Berichterstattung dazu:

"Bremen kann sich Moral leisten", taz. 18. Mai 2016

"Entscheidung über Billigfleisch vertagt", Weser-Kurier 18. Mai 2016

"Fleisch in Bremer Kantinen soll ökologisch werden" Weser-Report 18. Mai 2016

"Billigfleisch soll bald vom Tisch sein" Nord-West Zeitung 19. Mai 2016

Bürgerantrag gegen Billigfleisch anerkannt! - Am 19. Januar Abstimmung in der Stadtbürgerschaft – Agrarpolitisches Bündnis Bremen (ABB) ist optimistisch

(Pressemitteilung vom 9. Jan.)

Kurz vor Weihnachten erhielt die Vertrauensperson des Bürgerantrags gegen Billigfleisch in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung von der Bremischen Bürgerschaft die Nachricht, dass ausreichend gültige Unterschriften, also mindestens 4.000, vom Agrarpolitischen Bündnis Bremen gesammelt wurden und der Bürgerantrag damit anerkannt ist. Das Agrarbündnis hatte Anfang November 5.383 Unterschriften an den Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft überreicht. Die Kernforderung des Bürgerantrags lautet, „binnen sechs Monaten ab Beschlussfassung einen Aktionsplan der Bürgerschaft vorzustellen, wie bis zum Jahr 2020 die Beschaffung von Lebensmitteln für die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung (Kantinen, Kitas, Krankenhäuser, Schulen und Mensen) auf Produkte aus nachweislich artgerechter Tierhaltung umgestellt wird, einschließlich entsprechender Anpassung der Beschaffungsrichtlinien und Pachtverträge“.

Mit der Anerkennung des Bürgerantrags durch die Verwaltung der Bürgerschaft war die Voraussetzung erfüllt, dass dieser auf die Tagesordnung der Stadtbürgerschaft gesetzt werden muss. Dies ist jetzt am Dienstag, d. 19. Januar der Fall. „Wir sind glücklich, dass sich der große Aufwand gelohnt hat und sind sehr gespannt, wie die Abgeordneten der Stadtbürgerschaft über unseren Antrag abstimmen werden“, so Peter Bargfrede, Vertrauensperson des Antrags und Sprecher des Agrarpolitischen Bündnis Bremen.

„Wir erwarten von der rot-grünen Koalition eine eindeutige Zustimmung zum Bürgerantrag und keine Verschiebung in irgendwelche Ausschüsse o. ä., so der Sprecher weiter, „alles andere wäre eine große Enttäuschung und ein krasser Widerspruch zur Koalitionsvereinbarung vom 13. Juli 2015“. Dort steht: „Bremen betreibt eine ‚Politik mit dem Einkaufskorb’ um Zeichen zu setzen, Debatten anzustoßen und praktische Solidarität mit Erzeugerinnen und Erzeugern zu üben“. Auch ein Bekenntnis zu mehr Tierwohl ist in der Vereinbarung formuliert: „Eine Qualitätssteigerung bedeutet für uns auch, dass Tierprodukte zunehmend aus ökologischer Tierhaltung angeboten werden. In Kenntnis dessen, dass ökologisch erzeugte Tierprodukte mittelfristig einen höheren Einkaufspreis haben, sind wir in der Stadt Bremen bereit, den zu erwartenden höheren Preis von Kindergarten-, Hort- und Schulverpflegung für die Berechtigten des Bremen-Passes zu Lasten des Sozialetats zu decken.

Die große Mehrheit der Deutschen teilt ohnehin grundsätzlich das Anliegen des Bürgerantrags, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsin­stituts Forsa im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bestätigt. Danach sind 89 Prozent der Befragten für eine artgerechte Tierhaltung und grundsätzlich bereit, mehr zu zahlen, wenn Tiere dafür besser gehalten würden. Dass bei einer optimierten Speiseplanung die Mehrkosten für qualitativ besseres Fleisch aus artgerechter Tierhaltung kaum nennenswert ins Gewicht fallen, belegt zudem ein Gutachten von a’verdis für das Bündnis „Artgerechtes München“.

„Die vorbehaltlose Zustimmung der Stadtbürgerschaft für den Bürgerantrag wäre nicht nur ein großer Beitrag für mehr Tierwohl, sondern auch ein Signal für andere Kommunen, diesem ‚Bremer Modell’ zu folgen“, so Peter Bargfrede vom ABB.

Bürgerschaftsverwaltung erkennt Bürgerantrag an. Am 19. Jan. 16 in der Bürgerschaft

Wir haben von der Bürgerschaftsverwaltung die Nachricht erhalten, dass unser Antrag angenommen wurde und am 19. Januar auf die Tagesordnung der Stadtbürgerschaft kommt. Der Antrag wird auf Vorschlag der Bürgerschaftsverwaltung insofern modifiziert, dass die Bürgerschaft sechs Monat Zeit zur Bearbeitung des Antrags hat.

Die Sitzung beginnt um 14 Uhr mit einer Fragestunde, danach soll um ca. 15 Uhr der Bürgerantrag diskutiert werden. Evt. kann es durch aktuelle Themen zu einer Verschiebung um eine Stunde auf ca. 16 Uhr kommen.

Gechafft! Die Unterschriften sind übergeben

nun prüft die Verwaltung der Bürgerschaft, ob mindestens 4.000 Bremer für eine bessere Verpflegung in öffentlichen Kantinen unterschrieben haben.

6. Nov. 15 Bürger fordern Billigfleischbremse (taz)

5383 Unterschrften gegen Blligfleisch (Weser-Kurier)

Bürgerantrag gegen Billigfleisch in Bürgerschaft eingereicht (Weser-Report)


3. Nov. (Vorbericht in der Neuen Osnabücker Zeitung) Bremer Kampagne gegen Billigfleisch in Kitas und Mensen

Unterschriften sammeln am Sonnabend 12. Sept. 15

hier vor Feinkost Holtorff im Ostertor

Bürgerantrag "Fleisch aus Massentierhaltung – Nein Danke!"

Bürger fordern: Nur noch Fleischprodukte aus artgerechter Tierhaltung dürfen in kommunalen Kantinen, Kitas, Schulen und Krankenhäuser Verwendung finden.

Mittels eines Bürgerantrages wollen Mitglieder des ABB (Agrarpolitisches Bündnis Bremen) erreichen, dass die neu zu wählende Stadtbürgerschaft beschließt, nur noch Fleischprodukte aus artgerechter Tierhaltung in kommunalen Kantinen, Kitas, Schulen und Krankenhäuser zu verwenden. Damit die Forderungen in der Stadtbürgerschaft zur Abstimmung kommen, müssen mindestens 4.000 Unterschriften Bremer Bürger gesammelt werden.

Die negativen Folgen der Massentierhaltung für Tierwohl, Umwelt, Gesundheit der Menschen, Nahrungsmittelversorgung und Klimawandel beunruhigen immer mehr Menschen. Ethische Bedenken und die Gefahr durch multiresistente Keime als Folge des massiven Antibiotikaeinsatzes verstärken die Akzeptanzprobleme der agrarindustriellen Tierhaltung in der Bevölkerung. Weitere Auswirkungen der Massentierhaltung sind erhöhte Nitratbelastungen des Grundwassers, Landraub für großflächigen Anbau von Futtermittel in den Ländern des Südens und einen gesteigerten Einsatz von Gentechnik und Pestiziden.

„Die Hansestadt Bremen hat in diesem Zusammenhang bei der Beschaffung von Lebensmitteln für Eigenverbrauch und öffentliche Gemeinschaftsverpflegungen eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Bei öffentlichen Empfängen im Rathaus und für die über 50.000 Personen, die täglich in kommunalen Bremer Kitas, Mensen, Kantinen und Krankenhäusern essen, soll zukünftig kein Fleisch mehr aus der Massentierhaltung zum Einsatz kommen, sondern Lebensmittel aus regionaler, bäuerlicher und ökologischer Landwirtschaft“, so Peter Bargfrede, eine der Unterzeichner des Bürgerantrages. Regionale Landwirte erhalten so bessere Absatzchancen für ihre Produkte und eine Perspektive für eine zukunftsfähige und ökologisch orientierte Landwirtschaft.

„Eine kostengünstige Umsetzung unserer Forderungen könnte durch regional-saisonalen Einkauf sowie eine fleischärmere Ernährung gewährleistet werden“, so Angela Hesse und Peter Gerhardt, die beiden anderen Unterzeichner des Bürgerantrags. „Unser hoher Fleischkonsum ist nicht nur aus gesundheitlichen Erwägungen fragwürdig, insbesondere der enorm hohe  Flächenbedarf für den Futtermittelanbau in den Ländern des Südens fördert die großflächige Abholzung von Urwäldern, zerstört kleinbäuerliche Strukturen und gefährdet die Ernährungssicherheit vieler Menschen“, so die beiden Unterzeichner weiter.

Presseberichte im

Weser-Kurier

TAZ


24. Nov. 14 Übergabe der Unterschriften anläßlich Werder-Mitgliederversammlung

Über den Nachrichtenticker läuft:

Kurze Info am Rande: Vor der Werder-Halle demonstrierten Tierschützer gegen den Werder-Sponsor Wiesenhof.

Stunden später

Als Weihnachtsgeschenk kündigt ein Mitglied eine Unterschriftensammlung für Bio-Produkte und gegen Wiesenhof an. ...

Und tatsächlich: Es ist ein Geschenk in buntes Papier eingepackt.

...

Es geht dem Ende zu… Also mit der Sitzung, nicht mit Werder Bremen.

 

Weser-Kurier vom 26. Nov.:Werder-Hauptsponsor Wiesenhof

Protest mit 2000 Unterschriften

Zehn Mitglieder vom Agrarpolitischen Bündnis Bremen nutzten die Mitgliederversammlung, um gegen Werders Hauptsponsor Wiesenhof zu protestieren.

Mit einem Plakat und sieben Schildern, auf denen „Wiesenhof raus“ stand, hatten sich die Aktivisten vor der Werder-Halle positioniert. Gegen Ende der Veranstaltung übergab Peter Bargfrede als Sprecher der Gruppe noch ein Paket mit 2000 Unterschriften an die Vereinsführung. Ihr Anliegen ist klar: Werder soll den Vertrag mit dem Geflügelproduzenten kündigen. Erst in diesem Jahr hatten Werder und Wiesenhof ihre Zusammenarbeit bis 2016 verlängert. (wk)

Nunja, die 'wirkliche Botschaft' "Wiesenhof raus - bio rein" mochte der Weser-Kurier dann doch nicht transportieren.

Unterschriften für mehr Bio im Weserstadion und keine Massentierhaltung als Sponsor!

Bei den Aktionstagen Ökolandbau Bremen 2014 werden bereits die ersten Unterschriftenlisten gezeigt.

Das agrarpolitsche Bündnis in Bremen

setzt sich ein für

- artgerechte Tierhal­tung

- Verbraucher- und Klima­schutz

Daraus resultieren Aktionen gegen Massentierhaltung als Sponsor 'unseres' Fußballvereins

Berichterstattung über die Bürgerschaftssitzung zum Bürgerantrag "kein Billigfleisch"

Radio Bremen, Buten & Binnen 19. Jan.Filmbericht

Weser-Kurier 20. Jan Zeitungsartikel

taz. 14. Jan. 2016 Bericht über den taz-Salon u.a. zum Bürgerantrag

Frisch waren bei der Veranstaltung noch die Verabredung der Regierungskoalition. Der Bürgerantrag soll in die Deputationen von Umwelt, Bildung, Finanzen, Gesundheit 'abgeschoben' werden. Der Begriff von "artgerechter Tierhaltung" sei nicht geklärt. Immerhin gibt es dazu allgemein akzeptierte Vorgaben: 

- die EU-Bio-Verordnung,

- Neuland-Richtlinien

- und auch das AFP (Agrar-Förder-Programm) gibt inzwischen deutliche Bestandszahlen an, bis zu deren Größe gefördert wird.

Aktion gegen Billigfleisch in öffentlichen Einrichtungen

ze.tt vom 20. Aug.

Den Bürgerantrag "Kein Billigfleisch mehr in der öffentlichen Gemein-schaftsverpflegung "

bitte ausdrucken und

ausgefüllte Listen bitte an folgende Adresse senden:

Agrarpolitisches Bündnis Bremen
c/o Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft eG
Am Dobben 43a; 28203 Bremen

 

Das Plakat zum Bürgerantrag

Email an die Bundestagsabgeordneten 14. Okt. 14 wegen der Neuregelung der EU-Bio-Verordnung

 Sehr geehrte Frau Abgeordnete, sehr geehrter Herr Abgeordneter,

am kommenden Donnerstag beschließen Sie über den Vorschlag der europäischen Kommission für eine neue Bio-Verordnung.
Die Bundestags Drucksache 18/1393 Nr. A.31 und ein Antrag der Opposition liegen vor.

Die Revision wird getragen von Erkenntnissen aus den vergangenen Bio-Skandalen und Betrügereien.
Hierzu zählen: mehrere Kontrollstellen auf einem Betrieb, Teil-Betriebsumstellung, falsche Auslobungen, ‚ungenaue’ Kontrollstellen – und fehlende Analytik.
  
Die bisherige jährliche Prozesskontrolle (also Warenstromprüfung) kann nicht für unbelastete oder möglichst gering belastete Lebensmittel sorgen.
Eine (neue) Produktkontrolle wird daher von der EU-Kommission angestrebt und merkwürdiger Weise von den deutschen Anbauverbänden abgelehnt. Wir halten den Einstieg in diese zusätzliche Kontrolle nicht nur im Bio-Bereich für unerlässlich, drückt sie doch im Umkehrschluss aus, dass wir gar nicht wissen wollen, was wir essen.

Kontaminierte Nahrung gehört weder auf den Tisch noch in den Viehtrog! Die Analyse ist Garant dafür, dass der Landwirt sorgfältig auf seinem Boden wirtschaftet, auf die Herkunft der Futtermittel und die Erzeugnisse seines Betriebes achtet und die Verarbeiter schonend und verbraucherschutzbewußt herstellen.

  Stärken Sie 'bio' und den Verbraucherschutz!

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